Der "normale" Abnehmwahnsinn"
Tief versteckt im Unterbewusstsein schlummert in jedem übergewichtigen Menschen die Gewissheit: Ich könnte
abnehmen - wenn ich weniger äße.
Aber das ist eine höchst unbequeme Erkenntnis, die außerdem viel zu einfach ist, um wahr zu sein. Also
konzentriert sich der abnehmende Teil der Menschheit zunehmend auf das erschwerende Beiwerk jeder Diät, die etwas
auf sich hält.
Da weiß man schließlich, was man (zu tun) hat: Kalorien zählen, Punkte sammeln, die Kost trennen, Pülverchen
anmischen, heimlich nachts den Kühlschrank plündern, den man nur der Form halber und höchst halbherzig mit einem
Vorhängeschloss versehen hat - es gibt so viele kreative Möglichkeiten, den Jo-Jo-Effekt zuverlässig anzulocken. Um
Fortschritte hinsichtlich der zu bekämpfenden Körperfülle zu erzielen, sind mitunter sogar Rückschritte nötig:
Rückwärtsgehen heißt der neue Trend in Sachen Angriff auf die Speckschichten, die das schlanke Ich wenig dekorativ
umhüllen.
Rückwärtsgehen geht sozusagen im Gleichschritt an die Substanz - alles scheint möglich, sogar das Abnehmen.
Alarmiert beschließen sämtliche Zeitschriften- und Buchverlage bereits, diesen Effekt totzuschweigen und zu
sabotieren - nicht auszudenken, wenn artistische Kunststückchen bald jede neue Diät-Marketingstrategie überflüssig
machen würde.
Die Brigitte ohne Diät, nur weil alle rückwärtsgehen? Ganz und gar unmöglich - in Sachen Diäten ist der
Jo-Jo-Effekt so wichtig wie das Amen in der Kirche!
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